Geschlecht:
Alter: 37
Anmeldungsdatum: 03.09.2007
Beiträge: 1762
Wohnort: bad vilbel
Verfasst am:
01.06.2009, 18:47 BPZ Fälschungen in den frühen 90ern
Es gab eine Zeit, da wurden Ü-Ei-Figuren noch ohne PC und Internet gesammelt. Auch in dieser Zeit gab es Fälschungen. Wir wissen heute, wie Figuren damals gefälscht wurden (Dentalreplika). Über das Fälschen von BPZ war bisher wenig bis gar nichts bekannt. Doch auch z.b. 1993 wurden BPZ in großem Stil gefälscht. Das beweisen noch heute die Fälschungen von BPZ aus den Serien Bill Body oder Drolly Dinos.
Doch wie fälschte man in einer Zeit, wo es keine Digicams oder Scanner mit höher Auflösung gab?
Bei unseren Nachforschungen sind wir auf eine Quelle gestoßen, die uns "netterweise" mit Infos und Material versorgt hat. Was Du auf den nachfolgenden Bildern siehst, sind BPZ-Vorlagen, um Zettel im großen Stil zu kopieren. Dazu reichte es mit der damaligen Technik nicht aus, die Originale einfach auf einen Buntkopierer zu legen und 1 zu 1 abzukopieren. Die Drucke wurden auf normalen Geräten unscharf und reichten nicht an die Standards heran, die man erreichen wollte.
Also wurden die BPZ auf einem Gerät der damaligen Oberklasse groß kopiert. Eine solche Kopie kostete damals bis zu 10 DM. Diese Kopiervorlage benutzte man dann wiederum auf nicht ganz so teuren Kopiergeräten, um die Zettel darauf wieder kleinzukopieren. Danach wurden die BPZ ausgeschnitten....fertig. Oft findet man alte Fälschungen, bei denen die Rückseite nicht mitkopiert ist. Diese stammen höchstwahrscheinlich aus dieser Zeit, da gerade hier dieser Part vernachlässigt wurde.
Wir haben einige dieser Kopiervorlagen auftreiben können.
Neben den Vorlagen siehst Du einen BPZ in seiner eigentlichen Größe. Je nach Qualität der Kopiervorlage sind die Fälschungen gut bis sehr gut, aber anhand der bekannten Tests vom Original zu unterscheiden. Der BPZ ist nur oberflächlich scharf gedruckt. Unter der Lupe ist der ganze Zettel jedoch unscharf. Oft wurde Papier verwendet, das in seiner Beschaffenheit ähnlich dem Faxpapier war. Dieses Papier nahm man, weil die Farben darauf besser herauskamen. Daher kommt es, das noch heute viele Händler beim prüfen den Zettel erstmal zwischen den Fingern reiben. Das "Fax"-Papier ist spiegelglatt und labbrig und man konnte die Zettel daran leicht erkennen.
Heute werden BPZ nicht mehr auf diese Weise gefälscht und auch Stücke aus dieser Zeit sind inzwischen sehr rar. Dennoch gehört es zur Ü-Ei-Geschichte und ist alleine schon deshalb erwähnenswert.
Wer noch weitere Infos zu diesem Thema hat, mit denen wir diesen Bericht ergänzen und verbessern können, ist herzlich eingeladen uns eine Mail zu senden.